Kann Gehirntraining für Senioren Alzheimer verhindern?

Moderne Forschungsergebnisse machen klar: Das Gehirn ist ein Muskel der trainiert werden muss um ihn vor dem Zerfall zu schützen

Du wirst mir vielleicht zustimmen, dass Alzheimer zu den absolut schlimmsten Krankheiten gehört, die einem Menschen widerfahren können:

Völliger Verlust des Erinnerungsvermögens (oft so schlimm, dass man seine eigene Familie nicht mehr wieder erkennt), Depressionen, Verlust des Sprachvermögens, Orientierungslosigkeit, Halluzinationen…

Jedes einzelne dieser Symptome für sich genommen ist ein schrecklicher Albtraum.

Sobald Alzheimer einmal diagnostiziert wurde, ist der progressive Zerfall des Gehirns nicht mehr aufzuhalten; bis nach circa 30-prozentiger Zerstörung des Gehirngewebes schließlich der Tod eintritt.

Wenn die Krankheit schon nicht heilbar ist: Ist sie denn dann wenigstens durch Präventionsmaßnahmen zu verhindern?

Und tatsächlich:

Es gibt mittlerweile sehr vielversprechende Forschungsergebnisse.

In diesem Artikel erfährst du welche eine Aktivität heute als außerordentlich wirksam gilt (eines vorweg: Es geht deutlich tiefer als bloßes Gehirntraining für Senioren).

Außerdem erfährst du, wie du noch heute wirksame Maßnahmen ergreifen kannst und das Risiko, selbst an Alzheimer zu erkranken, deutlich reduzierst.

Und zwar völlig unabhängig davon wie jung oder wie alt du bist.

Und vielleicht wirst du gleich sogar den einen oder anderen „Aha“-Moment erleben, der dein Schicksal im Rentenalter grundlegend verändern wird – und zwar zum Guten!

Um den Gesamtzusammenhang besser zu verstehen, müssen wir uns ein fundamentales Prinzip der Evolution vor Augen führen:

„Was du nicht benutzt, verlierst du!“

Das Gehirn muss nicht nur im Rentenalter gefordert werden, um es vor dem Zerfall zu schützen

Auch unser Gehirn unterliegt den Gesetzen der Evolution.

Genau dieses evolutionäre Gesetz gilt nicht nur für jedes einzelne deiner Körperteile, Sondern sogar für jede einzelne Zelle deines Körpers.

Dieses Naturgesetz wird wohl nirgends so schnell deutlich wie in der Raumfahrt. Wenn die Astronauten nicht täglich auf der Raumstation ISS trainieren würden, dann wären sie nach ihrer Landung zurück auf der Erde kaum in der Lage, selbstständig aus der Landekapsel auszusteigen; geschweige denn drei Schritte zu gehen.

So extrem bildet sich die Muskulatur in der Schwerelosigkeit zurück. Durch die fehlende Schwerkraft ist die Muskulatur stark unterfordert, was zu diesem radikalen Verlust an Muskelmasse führt.

Doch mit dem dramatischen Abbau von Muskulatur gehen auch noch viele andere Probleme einher. So verringert sich die Knochendichte, und auch der Knorpel an den Gelenken bildet sich zurück.

Sogar die für Motorik verantwortlichen Gehirnareale verkümmern während eines längeren Aufenthalts in der Schwerelosigkeit.

Dein Gehirn – ein Muskel der trainiert werden will

Das Ziel für einen guten geistigen Sport ist die Aktivierung aller Gehirnareale - das ist besonders für Rentner wichtig!

Was macht geistige Übung zum “Gehirntraining”?

Und mit deinem Gehirn verhält es sich ganz ähnlich: Wird es nicht ausreichend gefordert, können langfristig eine ganze Reihe unerwünschter Nebeneffekte auftreten.

So ist es dann auch verständlich, warum die Alzheimer Forschung Initiative e.V. das menschliche Gehirn mit “einem Muskel” der “trainiert werden muss“ vergleicht, um einen “Untergang von Nervenzellen zu kompensieren“.

Dementsprechend erscheint es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Experten einen Zusammenhang zwischen der Art und Intensität geistiger Aktivität und einem möglichen Risiko für geistige Degenerationserkrankungen wie Alzheimer erkennen.

„Na, in dem Fall ist die Sache ja wohl ganz klar: Lebenslanges Gehirntraining als Prävention gegen Demenz! Los geht’s!”

Warte, warte..!

Ist es wirklich so simpel? Reicht es aus, IRGENDWIE das Gehirn mit komplexen Aufgaben zu beschäftigen, um wirklich einen Unterschied auszumachen; um langfristige geistige Gesundheit sicherzustellen?

Gehirnwachstum unter Erwachsenen – bahnbrechende Forschungsergebnisse

Jüngst konnte eine Gruppe schwedischer Forscher im Rahmen einer Studie zeigen, dass nicht jede Art von Gedächtnistraining notwendigerweise zu einer messbaren, wünschenswerten Anpassungsreaktion des Gehirns führt.

Das Ergebnis war genauso deutlich wie verblüffend: Innerhalb der Gruppe der Sprachstudenten konnte eine echte Vergrößerung des Gehirns festgestellt werden, während in der Vergleichsgruppe mit den technischen Studenten keine entsprechende Reaktion im Gehirn beobachtet werden konnte.

Damit konnten die Wissenschaftler beweisen, dass verschiedene geistige Disziplinen unterschiedliche Anpassungsreaktionen im Gehirns auslösen.

Doch die wahrscheinlich bahnbrechende der Erkenntnis ist die, dass anscheinend ausschließlich das Lernen von Sprachen zu einem Wachstum führt.

Mit diesem neuen Wissen, erscheinen die klassischen Disziplinen des Gehirntrainings, wie Rätsel oder Logikübungen als wenig geeignet, um als wirksame Prävention gegen Alzheimer zu dienen.

Auch eine Studie von der amerikanischen Akademie für Neurologie gelang in einer weiteren Studie zu der Erkenntnis, dass das Lernen von Fremdsprachen mit einem überdurchschnittlich widerstandsfähigen und gesunden Denkvermögen im Alter einhergeht.

Sprachenlernen – Das “All Inklusive” Gedächtnistraining?

Wie du siehst, verdichten sich heute die wissenschaftlichen Indizien dahingehend, dass eine möglichst regelmäßige und langfristige Beschäftigung mit Fremdsprachen eine wirksame Methode zur Prävention von Alzheimer darstellt.

Doch einmal abgesehen von diesen erfreulichen Neuigkeiten bezüglich der gesundheitlichen Aspekte, bringt dir die Beschäftigung mit einer neuen Sprache sicherlich einen größeren Mehrwert für dein Leben, als es jede andere Art des Gedächtnistrainings leisten kann:

Sprachenlernen ist eine außerordentlich befriedigende Erfahrung. Wenn man im Ausland immer mehr von der Landessprache versteht, und sich schließlich mit den Einheimischen unterhalten kann: Das ist pure Lebensfreude!

Eine neue Sprache ist wie ein riesiger Selbstbewusstseins-Schub: Es ist ein tolles Gefühl zu erleben, wie man Stück für Stück vorankommt und stets etwas besser wird.

Man kann in fremde Kulturen eintauchen und wird viele neue Freunde finden

Fast alle Gehirnareale können beim Sprachenlernen mit einbezogen werden

Sprachenlernen ist wissenschaftlich erwiesener Maßen der vollständigste Denksport

Sprachenlernen als der beste Denksport?

Wie du wahrscheinlich längst weißt, ist das Gehirn ein komplexes Gebilde aus verschiedenen Arealen, die jeweils für

verschiedene kognitive Fähigkeiten verantwortlich sind.

Dazu haben die Forscher zwei Gruppen von Studenten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie untersucht und miteinander verglichen: Einerseits eine Gruppe von Studenten technischer Studiengänge. Und zum anderen die Teilnehmer eines Vollzeit-Sprachkurses.

 

Wenn du also eine bestimmte Form des Gehirntrainings durchführst, bedeutet das noch lange nicht, dass du dein Gehirn als Ganzes trainierst.

Anders sieht es beim Erlernen von Sprachen aus. Hier kannst du tatsächlich den größten Teil deines Gehirns trainieren, und hast somit ein wahrhaftiges „Gehirntraining“, das seinen Namen auch verdient hat…

zumindest wenn du es auf die richtige Art machst!

So gestaltest du Sprachenlernen als optimales Gehirntraining (nicht nur für Senioren!)

Sprachenlernen ist nicht nur das ideale Gehirntraining für Senioren, sondern bereichert das Leben in jedem Alter

Gehirntraining, Karrierefaktor und Beseitiger von kulturellen Barrieren in einem.

Die geheime Zutat ist die sogenannte Mnemotechnik. Es ist die Methode, die sich die Gedächtnis-Weltmeister der letzten Jahrzehnte zu nutzen gemacht haben, um sich gigantische Mengen an Vokabular in kürzester Zeit einzuprägen (der Weltrekord liegt übrigens bei 74 Vokabeln… in 5 Minuten!).

Mit Hilfe solcher Mnemotechniken werden rationale Informationen, wie Vokabular, gehirngerecht „dekodiert“.

Wie sieht dieses Dekodieren genau aus?

Nun, anstatt die Vokabel unzählige Male aufzusagen bis sie irgendwann einmal mit Gewalt im Kopf ist, arbeitet man bei der Verwendung von Mnemotechniken mit Bildern, vorgestellten Situationen, Farben und Assoziationen – und zwar nach einem ganz bestimmten System.

Die Leistungsfähigkeit solcher Mnemotechniken ist gerade deshalb so enorm, weil hier verschiedene Gehirnareale bei der Verarbeitung von Vokabular einbezogen werden und du somit dein gesamtes Gehirnpotential für das Erlernen von Fremdsprachen einsetzt.

Fazit: Sprachen sind das beste Gehirntraining – mit der richtigen Methode!

Alzheimer und andere Demenzerkrankungen sind schrecklich und leider unheilbar. Gleichzeitig verdichten sich wissenschaftliche Erkenntnisse, die nahelegen, das langfristiges Sprachenlernen eine „Schutzfunktion“ für das Gehirn erfüllt, und sogar bei Erwachsenen jeden Alters zu einem Wachstum des Gehirns führen kann.

Dabei kann durch die Verwendung von Mnemotechniken die Aktivierung eines Großteils des Gehirns erreicht werden, wodurch ein wirksames ganzheitliches Training aller Gehirnareale ermöglicht wird.

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